Ein Gedicht: Weltbilder

Meine Gene, meine Umwelt, meine Biografie

meine Lichter, meine Schatten, meine Philosophie,

meine Farben, mein Pinsel, mein Bild der Welt,

ist das einzig Bild, das mir gefällt.

 

Dein Bild ist anders, es ist meinem Konkurrenz,

deine Pinselstriche sind den meinen fremd,

es macht Gefühle, die ich nicht kenn‘

entfacht ’ne Flamme, die anders brennt.

 

Ich übermale, lösche, was nicht mein,

ich verachte, hasse, was ist dein.

 

Mein Auge zu blind, um einzusehen,

mein Bild ist hässlich, deins ist schön.

 

Ich lass‘ mich leiten, von Gefühlen,

muss das Schöne stets zerstören,

um zu hübschen, was ist meins,

meins bleibt hässlich, doch weg ist deins.

 

Hässlich bleibt und wird zu Schön,

Rosen welken, Unkraut blüht.

Ein Gedicht: Weltbilder